Geo-touristische Untersuchung
ETUSIS-LODGE, Karibib, Namibia
von
Diplom-Geologin Nicole Grünert
Terra Africana Safaris (Pty) Ltd
Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung
Die Etusis-Lodge liegt etwa 36 km südwestlich der Ortschaft Karibib in malerischer Berg- und Savannenlandschaft. Das ca. 12.000 ha große Areal ist nicht nur wegen der landschaftlichen Schönheit und des guten Wildbestandes ein lohnendes Ziel für Namibia-Reisende, sondern hat auch für den Freund interessanter Felsformationen und für Mineralien- und Gesteinssammler zahlreiche geologische Attraktionen zu bieten. Um dieses Potential zu erschließen, hat Dipl.geol. Nicole Grünert ( Geo-Tourismus-Beraterin, Terra Africana Safaris) im März 2000 eine geologische Geländebesichtigung mit eingeschlossenem Geo-Kurs für die Lodge-Betreiber unternommen. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden in diesem Bericht dargestellt.
Obwohl der Bericht für jeden Laien ohne wissenschaftliche Kenntnisse geschrieben wurde, kann auf gewisse geologische Grundlagen nicht verzichtet werden. Da die Erläuterungen dieser Grundlagen den Rahmen des Berichts jedoch sprengen würden, sollte der interessierte Laie gleichzeitig das Buch "Namibias faszinierende Geologie" (Grünert, Klaus Hess Verlag) vorliegen haben, das ebenfalls zu dem Zweck geschrieben wurde, den Nicht-Geologen die Eindrucksvoile Geologie Namibias nahezubringen.
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2. Geologische Rahmenbedingungen der Farm Etusis
Die geologische Geschichte von Etusis begann schon vor 2 Milliarden Jahren.In dieser unvorstellbar lange zurückliegenden Zeit bestand hier ein Hochgebiet, das heute als Abbabis-Komplex bezeichnet wird. Das Gebiet war Teil des Kongo-Kratons, eines Festlandssockels im Ur-Meer, der zu einem Grundbaustein des heutigen afrikanischen Kontinents wurde. Der Abbabis-Komplex blieb für Jahrmillionen stabil. Dies setzte sich solange fort, bis sich vor ca. 900 Mio Jahren mit dem Einsetzen des sogenannten Damara-Zeitalters das Abbabis-Hochgebiet großräumig absenkte. Die fortwährende Erosion und Abtragung sorgte dafür, das große Mengen Gesteinsmaterial aus dem Abbabis-Komplex in die umliegenden Senken transportiert und dort als Sediment abgelagert wurden. Zusätzlich brach durch gewaltige tektonische Vorgänge die Erdkruste auf und das Meer drang in den entstandenen Graben ein. In diesem langgestreckten Meeresarm lagerten sich in den folgenden Jahrmillionen Sedimente ab, die heute die hoch aufragenden Otjipatera-Berge aufbauen und unter der Bezeichnung Etusis-Formation zusammengefasst werden. Das abgesenkte, ehemalige Abbabis-Hochgebiet wurde von dem einbrechenden Meeresarm aus überflutet. In diesen Flachmeerbereichen (Schelf-Gebiete) bildeten sich mächtige Karbonat-Ablagerungen, die später zu Kalkstein verfestigt wurden und schliesslich in der folgenden Damara-Gebirgsbildung durch hohe Temperatur- und Druckbedingungen zu Marmor der sogenannten Karibib-Formation umgewandelt wurden, der heute in den Marmorwerken Karibib verarbeitet wird. Diese Gebirgsbildung wurde durch plattentektonische Vorgänge verursacht, in deren Verlauf der Kongo-Festlandsockel (Kraton) mit dem südlich gelegenen Kalahari-Kraton kollidierte. Im Zuge dieser Kollisionsbewegung schlossen sich die gebildeten Meeresarme wieder und die darin abgelagerten Sedimente türmten sich zu dem mächtigen Damara-Faltengebirge auf. Aus ehemaligen Meeressanden entstanden die Quarzite der Otjipatera-Berge, während die Karbonat-Plattformen der Schelfmeere zu Marmor umgewandelt wurden. In dem letzten Stadium der Damara-Gebirgsbildung drangen Magma-Blasen (Plutone) in mehreren Kilometern Tiefe in das neugebildete Gebirge ein und erstarrten unterirdisch zu Granit-Gesteinen. Ausgehend von den Plutonen breiteten sich zusätzlich Gase und Gesteinsschmelzen in Form von Gängen in den umgebenden Formationen aus und erstarrten zu sogenannten Pegmatiten, aus denen später Industrieminerale und wertvolle Halbedelsteine gefördert wurden. Im Bereich Etusis stieß ein besonders großer Pluton in den Sockel des Gebirges, genau unterhalb des 400 Millionen Jahre zuvor abgesunkenen Abbabis-Komplex, vor. Dadurch wurden die auflagernden Formationen mehrere Kilometer hoch in eine sogenannte Dom-Struktur emporgestemmt und damit die Voraussetzung geschaffen, daß diese uralten Gesteine heute auf Etusis aufgeschlossen sind. Damit war die Gebirgsbildung im Etusis-Gebiet abgeschlossen. Durch die nun einsetzende und Jahrmillionen andauende Erosion wurde das Damara-Gebirge stellenweise bis auf die Basis abgetragen, so daß der emporgehobene, uralte Abbabis-Komplex und die Granit-Körper hier auf Etusis ans Tageslicht traten und nun als eine malerische Felslandschaft zu besichtigen sind. Eine weitere Folge des dom-artigen Aufstiegs des Abbabis-Komplexes läßt sich ebenfalls auf Etusis hervorragend beobachten. Durch das Emporstemmen der Schichten wurden alle auflagernden Sedimente ebenfalls aus ihrer ursprünglichen Position gebracht und sind in Form der fast steilstehenden Quarzite und Marmor-Rippen auf Etusis zu bewundern. Die Blockdiagramme im Anhang (nach Porada) verdeutlichen dies sehr anschaulich. Alle weiteren geologischen Vorgänge der folgenden Jahrmillionen hinterliessen auf Etusis keine größeren Spuren mehr, so daß das Gebiet dem Besucher als äußerst interessantes Beispiel für die Damara-Gebirgsbildung und vor allem als Studienareal für den Abbabis-Komplex als eine der ältesten Fels-Formationen Namibias zur Verfügung steht.
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3. Geologische Attraktionen auf Etusis im Detail
3.1 Attraktion: Der Abbabis-Komplex
Mit dem Abbabis-Komplex kann der Besucher das Vorkommen eines der ältesten Gesteine Namibias bewundern, das bereits existierte, als das Leben nur in Form von Einzellern im alles beherrschenden Ur-Meer möglich war und aus dem Festländer wie der Abbabis-Komplexais völlig unbelebte, trostlose Inseln emporragten. Darüberhinaus kann der Gast hier auf tiefste Grundwurzeln des afrikanischen Kontinents und der heutigen Welt stehen. Die Gesteine des Abbabis-Komplex unterlagen aufgrund ihres Alters von ca. 2 Milliarden Jahren mehrfach extremen Druck- und Temperaturbedingungen. Dies führte zur Bildung spezieller Hochdruck- und Hochtemperatur-Minerale sowie stellenweise zu einer Schieferung der Ursprungsgesteine. Bei der Abbabis-Formation handelt es sich demnach in erster Linie um Gneise und Schiefer.
Ein frisch abgeschlagenes Handstück dieser Gesteine stellt sicher ein äußerst wertvolles Souvenir einer Namibia-Safari dar. Leider ist der Abbabis-Komplex, der sich an der Nordgrenze der Farm befindet, nur sehr schlecht zu erreichen.
Gesteinsbeschreibung Gneis:
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Farbe:
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grau oder rosa, aber immer mit dunklen Schichten oder Flecken
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Korngrösse:
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mittelkörnig bis grobkörnig
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Textur:
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charakteristisch sind die wechselnd hellen und dunklen Partien, wobei die Helleren meist grobkörniger sind und die Dunklen oft Glimmer beinhalten. Sogenannte Augengneise enthalten große Feldspat-Einsprenglinge oder großflächige Aggregate aus Quarz und Feldspat
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Struktur:
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häufig in weitem Ausmaß hell und dunkel gebändert und oft von Adern aus Granit, Quarz oder Pegmatiten durchzogen
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Mineralbestand:
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Feldspat und Quarz überwiegt, heller Glimmer (Muskovit) und dunkler Glimmer (Biotit) sowie Hornblende sind häufig
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Lagerung:
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im innersten Bereich von Gebirgsbildungszonen zusammen mit Graniten.
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3.2 Attraktion: Die Etusis-Formation
Die Etusis-Formation besteht aus rötlichen Quarzit-Gesteinen, die auf dieser Farm so landschaftsprägend sind, daß die Geologen Etusis als" Typus-Lokalität" wählten. Quarzite sind Sandsteine, die während einer Gebirgsbildung unter hohe Druck- und Temperaturbelastungen gerieten, - also einer sogenannten Metamorphose unterlagen. Ausgangsprodukte der Quarzite war das Abtragungsmaterial der umliegenden Festlandsbereiche, z.B. das damals noch aufragende Abbabis-Hochgebiet, die durch Flüsse in Senken transportiert und dort als Geröllmassen abgelagert und später verfestigt wurden (siehe Kapitel 2) Nach Absenkung des Abbabis-Komplexes setzten Meeresüberflutungen aus dem entstandenen Meeresarm die Sedimentation der Etusis-Formation fort, wobei nun in erster Linie Sande auf die verfestigten Geröllmassen (Konglomerate) abgelagert wurden. Durch Auflastdruck verfestigten sich die Sande zu Sandsteinen. Bei der dann folgenden Auffaltung des Meeresarms im Rahmen der Damara-Gebirgsbildung (siehe Kapitel2) wurden diese Gesteine zu dem äußerst harten Quarzit umgewandelt. Interessant ist, daß neben Quarzit bzw. quarzitischen Konglomeraten auch Schiefer in der Etusis-Formation vorkommen. Diese Schiefer werden als Biotit-Glimmerschiefer bezeichnet und sind vor allem im Südwesten von Etusis zu finden. Sie stellen das Ablagerungsprodukt der tieferen, küstenferneren Bereiche des einstigen Meeresarms dar, wo sich keine Sande, sondern vor allem feine, tonhaltige Sedimente bildeten. Auch diese Sedimente wurden von der Gebirgsauffaltung erfasst und durch hohe Drucke und Temperaturen zu Glimmerschiefer metamorphisiert, wobei der schwarz-braune, eisenhaltige Biotit als Glimmer-Art namensgebend ist.
Gesteinsbeschreibung Quarzit:
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Farbe:
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rot (generell auch weiss, grau, rötlich )
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Korngrösse:
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mittelkörnig
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Textur:
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körnig; meist einheitlicher Korngröße(granoblastisch)
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Struktur:
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meist massiv (unstrukturiert)
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Mineralbestand:
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Quarz; Gestein ist äussert hart und spröde
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Lagerung:
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Schichten, die durch hohe Verwitterungsresistenz oft als Härtlinge herauspräpariert sind und deshalb häufig Hochformen (Schichtrippen, Berge etc. ) bilden.
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Gesteinsbeschreibung Biotit-Glimmerschiefer:
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Farbe:
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braunschwarz; glänzend durch Sonnenreflektion auf Glimmer-Blättchen
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Korngrösse:
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grob- bis feinkörnig
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Textur:
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sehr gute Schiefrigkeit durch parallel angeordnete Glimmerblättchen
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Struktur:
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oft lagig oder streifig durch Wechsel glimmerreicher und glimmerarmer Partien; auch massiv mit Quarzlagen
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Mineralbestand:
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Biotit überwiegt; sonst Quarz. Muskovit, Chlorit
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Lagerung:
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Schichten, die durch geringe Verwitterungsresistenz oft Hohlformen oder abgerundete Hügel bilden.
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(siehe auch Mineralbeschreibung: Biotit)
3.3 Attraktion: Die Karibib-Formation
Der in der Sonne blendend weiße Marmor der Karibib-Formation stellt nicht nur ein sehenswertes Ausgangsprodukt für die Natursteinindustrie dar, sondern kann auch eine geologisch sehr interessante Geschichte erzählen. Nach Überflutung weiter Teile des abgesunkenen Abbabis-Hochgebiets bildeten sich auf dessen Randzonen Flachmeerbereiche (Schelfmeere) aus. Hier kam es zum Absetzen großer Mengen von Kalkschlämmen, bestehend aus feinverteiltem Calcit. Diese Sedimentation fand unter so gleichbleibend günstigen Bedingungen statt, daß sich daraus später durch Auflastdruck der immer mächtiger werdenden Schichten ein äußerst reiner Kalkstein bildete. Dieser Kalkstein wurde dann von der Damaragebirgsbildung erfaßt und in den schneeweißen Marmor umgewandelt, der für die gesamte Region Karibib wirtschaftlich von höchstem Interesse ist. Der ebenfalls vorhandene graue Marmor zeugt dagegen von einem Wechsel der Ablagerungsbedingungen in den Schelfmeeren. Es gelangten größere Mengen Sand in die Kalkschlämme, wobei diese Verunreinigung für die Farbveränderung verantwortlich ist. Es ist daher nicht verwunderlich, daß die grauen Marmore am Kontakt zu den Quarzitgesteinen zu finden sind. Neben der Ablagerungsgeschichte ist auch die Lagerung der Marmore interessant. Die ursprünglich horizontal abgelagerten Kalkschlämme stehen heute als Marmor nahezu senkrecht. Dies ist eine Folge und ein Beweis für das Eindringen eines mächtigen Granit-Plutons in die Erdkruste unter Etusis , wobei die Marmorschichten emporgestemmt und dabei steil gestellt wurden. Jüngeren Datums sind die oberflächlichen Spuren der Verwitterung, welche die Karibib-Formation kennzeichnen. Durch Lösungstätigkeit des leicht sauren Regenwassers weist der Marmor tiefeingeschnittene Rinnen (Karren) auf, die sich über die Jahrtausende immer weiter vertieft haben und als eine Form von Verkarstung angesehen werden können.
Gesteinsbeschreibung: Marmor
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Farbe:
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weites Farbspektrum; aber meist weiss oder grau; oft fleckig
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Korngrösse:
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mittel- bis grobkörnig
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Textur:
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oft "zuckerkörnig"
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Struktur:
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meist massiv, aber Sedimentstrukturen (zB. Schichtung) bisweilen erhalten
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Mineralbestand:
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im wesentlichen Calcit, aber auch Dolomit
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Lagerung:
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Schichten; häufig in Nachbarschaft von Intrusionen.
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3.4 Attraktion: Die Granit-Intrusionen
Wie im Kapitel 2 bereits erwähnt, drangen im Endstadium der Damara-Gebirgsbildung zwischen ca. 580 und 490 Millionen Jahren viele Granitkörper aus dem tiefen Erdinneren in die auflagernden Gesteinsschichten ein. Auch auf Etusis sind diese Granit-Plutone zu bewundern. Diese müssen nicht immer so gewaltige Ausmaße wie der Granit unter dem Abbabis-Komplex aufweisen, sondern sind als zahlreiche Granit-Kuppen (Koppies) in der Landschaft zu finden. Auf Etusis befinden sich interessante Granit -Vorkommen vor allem im Südwesten der Farm und auf den Flächen südlich der Otjipatera-Berge. Neben den typischen Verwitterungsformen wie Temperatur-Verwitterung, Vergrusung, Polygon- und Wollsackbildung zeigen die Granite auf Etusis auch Formen der chemischen Verwitterung, die durch tief in das Landesinnere eindringende Küstennebel verursacht werden. In der Südwest-Ecke der Farm hat der Granit eine sehr mürbe Oberflächenstruktur, die durch regelmäßige Durchfeuchtung mit Nebel hervorgerufen wird.
An diesen Graniten ist auch noch eine weitere Besonderheit zu beobachten, denn das Gestein weist neben den typischen Granit-Mineralen Quarz, Feldspat und Glimmer auch noch Granat auf. Bei den hier zu beobachten den roten, runden Mineraliensprenglingen handelt es sich um den sogenannten Almandin, einer sehr häufigen Granat-Variante. Leider haben die starke Verwitterungstätigkeit und die Nebeldurchfeuchtung die Mineralkörner schon sehr stark beansprucht. Neben den Granaten ist an diesem Aufschluß noch ein weiteres Granit-Mineral häufig anzutreffen. Dabei handelt es sich um die schwarze Turmalin-Variante Schörl. Die Schörlkristalle, die hier zum Teil in beachtlicher Größe zu finden sind, haben jedoch wegen fehlender Transparenz keine Bedeutung in der Schmuck-Industrie.
Gesteinsbeschreibung Granit:
3.5 Attraktion: Die Pegmatit-Gänge
Die sogenannten Pegmatite sind Produkte der späten Abkühlungsphase der in Kapitel 3.4 beschriebenen Granit-Plutone. Bei Temperaturen zwischen 400 und 700 Grad Celsius stellen sie Gesteinsschmelzen in einem ungewöhnlichen gas-flüssigem-Zustand dar, das in das umgebende Gestein gepresst wird. Aufgrund des hohen Drucks und der hohen Mobilität dringen diese Schmelzen auch in kleinste Risse des bereits erstarrten Granits bzw. des umgebenden Nebengesteins ein. Da die normalen chemischen Elemente im Granit bereits erstarrt sind, enthalten die Pegmatite oft seltene Elemente. Nach Abkühlung der Schmelze finden sich in den Pegmatiten deshalb häufig ungewöhnliche Erze (z.B. Cäsium-, Beryllium- und Lithium-Erz) und Edelsteine (z.B. T urmalin, Aquamarin ). Im Kapitel "Minenaktivität" wird die wirtschaftliche Bedeutung der Pegmatite deutlich. Da es sich um kleinere geologische Körper mit relativ hoher Anreicherung an abbauwürdigem Material handelt, sind Pegmatite auch für Klein-Minenuntemehmen und für einzelne Prospektoren interessant, von deren Aktivität die kleinen Schürflöcher in den Pegmatiten auf Etusis und vor allem auf der benachbarten Farm Neuschwaben zeugen.
Gesteinsbeschreibung (Granit-) Pegmatit:
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Farbe:
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weites Farbspektrum; aber meist weiss, grau, rosa und rot; gewöhnlich in genannten Farben gesprenkelt
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Korngrösse:
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grobkörnig bis sehr grob
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Textur:
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körnig; meist Körner oder Kristalle in feinkörniger Matrix (porphyrische Textur)
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Struktur:
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massiv und sehr homogen, oft durchsetzt von Ganggesteinen (z.B. Pegmatit)
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Mineralbestand:
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mindestens 10 Vol.-% Quarz, weiße oder rosa Feldspäte, Glimmer häufig (meist Biotit oder/und Muskovit)
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Lagerung:
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meist großflächige Plutonkörper, aber auch als Stöcke und Gänge; in der Regel scharfer Kontakt zum Nebengestein, typische Verwitterungsformen.
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Farbe:
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weites Farbspektrum; aber meist weiss, rosa und rot; sehr unregelmässig wegen großer verschieden gefärbter Kristalle
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Korngrösse:
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sehr grobkörnig bis riesenkörnig; bekannt sind mehrere Kubikmeter große Beryll- und Quarzkristalle (siehe "Kristallgalerie" in Swakopmund)
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Textur:
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Korngrösse oft riesig aber sehr variabel, - es gibt auch feinkörnige Areale; Kristalle oft paralell angeordnet
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Mineralbestand:
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Alkali-Feldspat, Quarz und Muskovit (geringer Biotit) überwiegt; Beimengungen sonst seltener Minerale (Erze und Edelsteine) typisch, z.B. Korund, Beryll, Topas, Tantalit, Titanit, Turmalin, Lepidolith).
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Lagerung:
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Gänge und Adern verschiedener Mächtigkeit; Vorkommen häufig in äußeren Partien eines Granitplutons.
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3.6 Attraktion: Die Gabbro-Intrusionen
Vielleicht werden dem aufmerksamen Besucher auf der Zufahrt zur Etusis-Lodge die grünschwarzen Gesteine aufgefallen sein, die sich in kleinen Rinnen längs des Weges angesammelt haben. Bei der Farmrundfahrt stechen diese Gesteine dann als zahlreiche, dunkle Kuppen zwischen den typischen "Granit-Koppies" in den Flächen von Etusis eher ins Auge. Bei diesem Gestein handelt es sich um den sogenannten Gabbro. Gabbro gehört ebenso wie der Granit zu den magmatischen Intrusivgesteinen, d.h. sie kristallisieren unterhalb der Erdoberfäche aus glutfüssigem Magma aus, nachdem sie aus den Tiefen der Erde entlang von Schwächezonen aufgestiegen sind, die vor allem im Zuge von Gebirgsbildungen aufreissen. Die Intrusiv-Gesteine werden entsprechend ihrer chemischen Zusammensetzung unterschieden, vor allem hinsichtlich des SiO2 (Silizium-Dioxid)-Gehaltes. Dabei überwiegen die Gesteine granitischer Zusammensetzung mit hohem SiO2-Gehalt bei weitem. Der Gabbro hat dagegen einen sehr niedrigen SiO2-Gehalt, worauf schon seine dunkle Farbe hindeutet.
Die Tatsache, daß Gabbro-Intrusionen sehr selten sind, macht dieses Gesteinsvorkommen auf Etusis so interessant. Der Gabbro entspricht chemisch dem Basalt, einem magmatischen Gestein, das durch vulkanische Tätigkeit oberhalb der Erdoberfläche erstarrt Es ist deshalb anzunehmen, daß die Etusis-Gabbros, die unter dem Gebiet aufdrangen, nichts anderes sind als vulkanische Herde, die den Aufstieg zur Erdoberfläche nicht geschafft haben. Der Erosion, welche die riesigen Mengen aufliegender Gesteine des Damara-Gebirges abgetragen hat, ist es letztlich zu verdanken, daß auf Etusis diese eindrucksvollen Zeugnisse seltener magmatischer Tätigkeit zu entdecken sind. Zur Zeit wird untersucht, ob die zahlreichen Gabbro-Plutone unter der heutigen Erdoberfläche miteinander vernetzt sind und in welcher Zeit sie entstanden sind.
Gesteinsbeschreibung Gabbro:
4. Minenaktivitäten auf der Farm Etusis
4.1 Glimmer-Mine
Auf Etusis befinden sich mehrere Glimmer-Vorkommen, die an Pegmatit-Gänge gebunden sind und die für industrielle Zwecke abgebaut wurden. Dabei handelt es sich in erster Linie um den hellen Muskovit-Glimmer; der insbesondere in der Elektronik und als hochfeuerfester Wärme-Isolator eingesetzt wird. Im Nordosten der Farm kommt allerdings auch der lithiumhaltige Glimmer Lepidolith vor, der als Lithium-Erz verwendet wird und als solches für die Herstellung von Spezialmetallwerkstoffen, z.B. für die Luftfahrt, von großer Bedeutung ist. Zudem findet Lepidolith auch in der Glas- und Keramik-Industrie Verwendung.
Mineralbeschreibung: Glimmer
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Auf der Farm Etusis befinden sich mehrere kleine Minen und Prospektionsschächte, die auf das Vorkommen wirtschaftlich interessanter Minerale hindeuten. Die bestehenden Minen sind allerdings seit Jahren nicht mehr abbauwürdig und sollten auch in Zukunft allein schon aus Naturschutzgründen nur noch als Anschauungsbeispiel für den Kleinbergbau und die interessante Geologie dienen.
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Farbe:
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grau, dunkelgrün, schwarz
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Korngrösse:
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grob (einzelne Körner leicht mit blossem Auge unterscheidbar)
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Textur:
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körnig, oft ophitische Textur, d.h. Lagen aus unterschiedlich schweren Mineralien sind unterscheidbar
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Struktur:
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kann hell-dunkel gebändert sein
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Mineralbestand:
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im wesentlichen Feldspat (Plagioklas) und Pyroxen
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Lagerung:
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Stöcke, senkrechte oder waagerechte Gänge; im Gelände oft als Kuppen oder Rippen herauspräpariert.
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Chemische Formel:
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Muskovit: KAl2 (AlSi3 O10) OH,F)2
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Biotit: K(Mg,Fe)3 AlSi3O O10 (OH,F)2
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Lepidolith: K(Li,Al)3 (Si,Al)4 O10 (OH,F)2
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Habitus:
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tafelige Kristalle mit hexagonalem Umriss; auch schuppige Massen
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Spez.Gewicht:
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2,8; sehr leicht
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Härte:
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2,3 - 3
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Spaltbarkeit:
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vollkommen nach der Basis, d.h. einzelne Plättchen lassen sich leicht abblättern; Plättchen sind biegsam
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Farbe:
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unterschiedlich je nach Glimmerart:
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Biotit: schwarzbraun
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Muskovit: farblos bis blassgrau, grün, braun
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Lepidolith: blass-violett
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Transparenz:
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einzelne Plättchen durchsichtig bis durchscheinend
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Glanz:
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glasartiger Glanz
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Vorkommen:
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vor allem in Granit, Pegmatit, Glimmerschiefer.
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4.2 Turmalin-Mine
Von allen auf Etusis vorkommenden Mineralen geht von dem Turmalin sicher die größte Faszinationaus. Namibia und besonders die Region Karibib sind berühmt für diesen Halbedelstein, der in verschieden farbigen, wunderschönen, säuligen Kristallen vorkommt. Wie ein Eiskristall bildet sich der Turmalin beim Abkühlen borhaltiger Pegmatitschmelzen. Vor allem wegen des Turmalin-Rausches auf der benachbarten Farm Neuschwaben stellen die kleinen, ehemaligen Turmalin-Fundstellen auf Etusis ein interessantes Beispiel für die immense Energie dar, mit der die lokale Bevölkerung diesen Schätze der Erde auf der Spur ist. Dabei überwiegt in den Pegmatiten der schwarzgefärbte Turmalin (Schörl), der zwar als Sammlerstück von Interesse, aber nicht für Schleifzwecke verwendbar ist. Viel seltener sind rote, grüne oder gar blaue Kristalle. Daneben kommt auf Etusis hin und wieder auch der sogenannte Wassermelonen-Turmalin vor, der ein rotes Zentrum und grüne Randzonen aufweist. Der Abbau der Turmalin-Minen geht meist in reiner Handarbeit vor sich, wobei hin und wieder auch Presslufthämmer und sehr viel seltener Sprengstoff eingesetzt wird. Dabei geht es darum, einen Turmalin-gefüllten Hohlraum (Druse, "Pocket") zu finden und möglichst unbeschädigt auszubeuten. Solche Drusen sind häufig auch Fundstellen wertvoller Quarzkristalle, die als Sammler-Stück verkauft werden.
Mineralbeschreibung: Turmalin
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Chem. Formel:
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Na (Mg, Fe, Li, Al, Mn)3 Al6 (BO3)3 Si6O18 (OH,F)4
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Habitus:
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prismatisch, häufig dreieckiger Querschnitt, Oberfläche meist längsgestreift
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Spez.Gewicht:
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3,0 -3,2
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Härte:
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7
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Spaltbarkeit:
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sehr schlecht
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Farbe:
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meist schwarz (Schörl) auch farblos (Achroit), blau (Indigolith), rosa (Rubellit), grün und Wassermelonen (grün mit rosa Kern)
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Transparenz:
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je nach Farbe von undurchsichtig bis durchsichtig (hohe Schmuckqualität)
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Glanz:
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glasartiger Glanz
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Vorkommen:
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meist in Pegmatiten und Graniten, deren Schmelzen Bor enthielten
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4.3 Kupfer-Mine
Das kleine Kupfervorkommen, welches im Jahre 1985 genauer untersucht wurde, befindet sich in den roten Quarziten der Etusis-Formation. Die Mine erstreckt sich über ca. 120 m einen Berghang hinauf.
Die erzführende Quarzit-Bank ist ca. 15 rn mächtig und weist in den unteren 6 Metern die höchsten Mineralanreicherungen auf. Die Mineralanreicherungen sind hauptsächlich an Kluft- und Schichtflächen im Quarzit gebunden. Ursprünglich stammen die Vererzungen aus den am Ende der Damara-Gebirgsbildung aufdringenden Granit-Plutonen. In einem späten Abkühlungsstadium wurden aus dem nahezu erkalteten Granit heiße, wässerige Lösungen in Risse und Klüfte der umliegenden Quarzit-Gesteine gepresst. Die bei der Abkühlung dieser Lösungen auskristallisierenden Kupferminerale füllten diese Hohlräume aus. Nachdem Erosion und Abtragung die Quarzite freigelegt hatte, unterlagen die Kupfererze unter Einfluß des atmosphärischen Sauerstoffs einer chemischen Verwitterung. Die grünen und blauen Verwitterungsprodukte (sekundäre Kupferminerale), vor allem Malachit und Chrysokoll, dominieren heute den Mineralienbestand der Mine. Der interessanteste Teil des Kupfervorkommens ist ein ca. 8 m tiefer Schacht. In einem "Pocket" dieses Schachtes wurde eine Anreicherung von den hochkonzentrierten Kupfermineralen Chalkosin, Azurit, Malachit und Chrysokoll gefunden. Generell liegen die Kupfergehalte nur bei 0,2%, so daß dieses Vorkommen nie von besonderem Interesse war und auch in Zukunft nicht sein wird.
Mineralbeschreiung: Malachit
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Chem. Formel:
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Cu2 CO3 (OH)2
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Habitus:
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Kristalle sehr selten; gewöhnlich traubig, niedrig und krustenförmige Massen, die oft in Bändern unterschiedliche Farbe angeordnet und radialstrahlig ausgebildet sind
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Spez.Gewicht:
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3,9 - 4
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Härte:
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3,5 - 4
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Spaltbarkeit:
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vollkommen
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Farbe:
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hellgrün
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Transparenz:
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leicht durchscheinend
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Glanz:
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meist stumpf
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Vorkommen:
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sekundäres Kupfermineral durch Oxidation primärer Kupferminerale.
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Mineralbeschreibung: Chrysokoll
4.4 Marmorsteinbrüche
Die Gegend zwischen Usakos, Karibib und dem Swakop-Tal ist schon seit Beginn dieses Jahrhunderts für hochqualitative Marmorvorkommen bekannt. Auch auf Etusis zeugen mehrere kleine Steinbrüche von diesem wertvollen metamorphen Gestein aus der Zeit der Damara-Gebirgsbildung. Ein wesentliches Vorkommen von weißem Marmor liegt in der Südwest-Ecke der Farm, das allerdings nur auf den benachbarten Farmen Ubib, Kubas und Gamikaub West abgebaut wird. Generell wird der Marmor der Region in verschiedene Farbkategorien eingeteilt. Auf Etusis ist hauptsächlich der weiße Marmor, der als "African White Marble" bezeichnet wird, anzutreffen. Wie bei allen Natursteinvorkommen sind Kriterien wie Reinheit, geringe Zerklüftung, großräumige Homogenität (keine Wechsellagerung mit anderem Gestein), keine oder gering mächtige Deckschichten von größter Wichtigkeit, um einen wirtschaftlichen Abbau zu gewährleisten.
5. Schlußbemerkungen
Etusis repräsentiert eine der geologisch interessantesten Regionen des westlichen Namibias. Dies beruht auf dem Vorkommen verschiedenartigster metamorpher und magmatischer Gesteine, wobei die Besonderheit der Gabbro-Intrusionen und des uralten Abbabis-Komplexes besonders hervorzuheben sind. Hinzu kommt die spezielle Tektonik, ausgelöst durch die einzigartige Aufdomung des Gebiets durch eindringende Magma-Massen direkt unter Etusis. Es ist nicht verwunderlich, daß eine solch interessante Geologie auch eine äußerst eindrucksvolle Landschaft zur Folge hat, in der sich geologische Beobachtungen und Studien geradezu aufdrängen. Das Vorkommen ehemaliger Mineralienschürfstellen und Minen rundet die Attraktivität von Etusis als geologischen Zielpunkt ab. Die gute Zugänglichkeit und nicht zuletzt die äußerst komfortable Unterkunft in der Etusis Lodge macht Etusis damit zu einem idealen Ort für ein- bis mehrtägige geologische Aufenthalte. Durch die im Zuge der Geländebesichtigung erfolgte geologische Schulung der Lodge-Betreiber und dem Vorliegen dieses Berichts ist sichergestellt, daß der Besucher zudem auf eine qualifizierte Führung zurückgreifen kann.
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Chem. Formel:
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CuSiO2 x 2 H2O
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Habitus:
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feinfaserig oder massig, manchmal erdig
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Spez.Gewicht:
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2 - 2,5
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Härte:
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2 - 4
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Spaltbarkeit:
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keine
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Farbe:
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grün oder blau
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Glanz:
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meist stumpf
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Vorkommen:
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sekundäres Kupfermineral durch Verwitterung (Oxidation) primärer Kupferminerale.
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Blockdiagramm
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aus Porada und Wittig (1977)
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1. Sedimentation von klastischen Gesteinen in Senken auf dem Basement (Abbabis-Komplex).
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2. Schüttung der Nosib-Quarzite aus Süd und Südwest.
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3. Erosion der Nosib-Quarzite im Nordosten des Gebietes. Das Basement wird flächenhaft wieder freigelegt.
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4. Sedimentation der jüngeren Damara-Gesteine. Sie liegen im Nordosten transgressiv auf dem Basement.
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5. Faltung und Aufwölbung des Abbabis-Inliers durch Granit-Aufstieg.
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6. Der heutige Anschnitt des Inliers, in dem besonders die Nosib-Quarzite morphologisch hervortreten.
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